Ablaufplan
1. Offenes Beratungsangebot
wenn Sie sich Sorgen um die Entwicklung Ihres Kindes machen oder Fragen zu seiner Entwicklung haben, können Sie sich gerne direkt an uns wenden. Auch wenn Sie von Ihrer Kindertagesstätte, Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt eine Empfehlung für die Frühförderung erhalten haben, können Sie telefonisch Kontakt mit uns aufnehmen. Für unser offenes Beratungsangebot benötigen Sie keine Überweisungen oder Verordnungen.
Wir möchten Sie und Ihr Kind von Anfang an gut kennenlernen, Ihre Fragen beantworten und gemeinsam mit Ihnen herausfinden, welche Unterstützung für Ihr Kind und Ihre Familie sinnvoll sein kann.
Der erste Kontakt mit Ihnen
Sie erhalten innerhalb von 4 Wochen einen Termin bei uns.
Für das erste Gespräch können Sie – soweit vorhanden – wichtige Unterlagen mitbringen, zum Beispiel:
- das gelbe Vorsorgeheft (U-Heft),
- Arzt- und Befundberichte,
- Berichte aus der Kindertagesstätte oder von anderen Fachstellen,
- weitere Unterlagen, die für die Entwicklung Ihres Kindes wichtig sein könnten.
In vielen Fällen ist es hilfreich, das erste Gespräch zunächst in Ruhe mit Ihnen als Eltern zu führen. Wenn möglich, bitten wir Sie daher ohne Ihr Kind zu uns zu kommen.
Im ersten Gespräch nehmen wir uns Zeit für Ihre Fragen und Ihre Anliegen. Sie erzählen uns, was Sie an der Entwicklung Ihres Kindes beschäftigt und welche Beobachtungen Sie gemacht haben.
Wir informieren Sie über die Möglichkeiten der Frühförderung und besprechen gemeinsam, welche nächsten Schritte sinnvoll sein könnten. Dabei betrachten wir nicht nur mögliche Entwicklungsauffälligkeiten, sondern auch die Stärken, Fähigkeiten und Ressourcen Ihres Kindes.
Kennenlernen mit Ihrem Kind
Im nächsten Schritt lernen wir Ihr Kind kennen und stellen verschiedene, gemeinsame Spielsituationen zur Beobachtung her.
Wenn Sie dies wünschen und es für die weitere Einschätzung sinnvoll ist, können wir – mit Ihrer Einwilligung – auch Kontakt zu anderen Personen oder Einrichtungen aufnehmen, die Ihr Kind kennen und begleiten, zum Beispiel zur Kindertagesstätte, zu behandelnden Therapeutinnen und Therapeuten oder zu Ärztinnen und Ärzten.
Wenn eine ausführlichere Diagnostik sinnvoll ist
Wenn sich im offenen Beratungsangebot Hinweise auf einen Förderbedarf ergeben, besprechen wir mit Ihnen, ob eine interdisziplinäre Eingangsdiagnostik sinnvoll ist. In diesem Fall füllen wir mit Ihnen einen Antrag dafür aus.
Der Antrag auf die interdisziplinäre Frühförderung wird vor Beginn der Eingangsdiagnostik gestellt. Für eine Frühförderung in einer interdisziplinären Frühförderstelle ist grundsätzlich der zuständige Träger der Eingliederungshilfe für die Entscheidung über den Antrag zuständig.
In Frankfurt am Main unterstützen wir Sie bei der Antragstellung und beim weiteren Verfahren. Die Frühförderstelle leitet die erforderlichen Unterlagen und den Förder- und Behandlungsplan an das zuständige Sozialrathaus weiter.
2. Interdisziplinäre Eingangsdiagnostik
Sobald eine Bewilligung eintrifft, setzen wir Ihr Kind bei uns auf die Warteliste. Wir kontaktieren Sie sobald wir mit einer interdisziplinären Eingangsdiagnostik starten können.
An dieser Diagnostik können – je nach individuellem Bedarf Ihres Kindes – verschiedene Fachrichtungen beteiligt sein. Ziel ist es, die Entwicklung Ihres Kindes ganzheitlich zu betrachten, Entwicklungsressourcen und mögliche Entwicklungsabweichungen zu erkennen und gemeinsam den Unterstützungsbedarf festzustellen.
Die Eingangsdiagnostik findet unter Ihrer Mitwirkung als Eltern statt. Dabei werden neben den medizinischen und pädagogischen Gesichtspunkten auch die Lebenssituation und das Umfeld Ihres Kindes berücksichtigt.
Wichtig: wir erstellen keine ICD-Diagnosen und ersetzen kein SPZ oder andere Fachstellen, die spezifische Diagnostik anbieten.
Gemeinsam besprechen wir die Ergebnisse
Nach der Diagnostik besprechen wir die Ergebnisse ausführlich mit Ihnen. Dabei geht es nicht nur darum, mögliche Schwierigkeiten festzustellen. Wir schauen gemeinsam darauf, was Ihr Kind bereits gut kann, welche Stärken es mitbringt und welche Unterstützung es für seine weitere Entwicklung und Teilhabe benötigt.
Auf dieser Grundlage wird gemeinsam mit den beteiligten Fachkräften und Ihnen als Eltern der weitere Unterstützungsbedarf festgelegt.
Wenn eine interdisziplinäre Frühförderung erforderlich ist, wird ein individueller Förder- und Behandlungsplan erstellt. Darin werden die Ziele der Förderung und Behandlung sowie die dafür notwendigen Maßnahmen festgehalten. Der Förder- und Behandlungsplan wird gemeinsam mit Ihnen abgestimmt und von Ihnen, allen beteiligten Fachkräften und Ihrer Kinderarztpraxis unterschrieben.
Weiterbewilligung einer Frühförderung
Wenn eine interdisziplinäre Frühförderung in Betracht kommt, senden wir den unterschriebenen Förder- und Behandlungsplan an das zuständige Sozialrathaus. Sobald eine Bewilligung vorliegt und wir einen Platz anbieten können, kontaktieren wir Sie für den Start der Frühförderung.
3. Interdisziplinäre Frühförderung
Die wöchentliche Förderung bzw. Therapie beginnt. Wir begleiten unsere Frühförderkinder so lange, bis wir gemeinsam der Meinung sind, dass der Bedarf nicht mehr besteht. Je nach Bedarf und Möglichkeiten Ihrer Familie, stellt sich die Förderung im Verlauf aus verschiedenen Fachdisziplinen zusammen. Vor allem im medizinischen Bereich arbeiten wir auch mit Therapiepausen. Spätestens mit der Einschulung endet die Frühförderung, da die Behandlungskosten dann nicht mehr von der Stadt Frankfurt übernommen werden können.



